Filmischen Auseinandersetzungen mit dem Thema „Hölderlin” geht es zumeist darum, den Mythos vom Dichter, der an seiner tragischen Liebe und der Kunst wahnsinnig wird, aufzubereiten. Im Gegensatz dazu wird in diesem Film versucht, die berühmten späten Arbeiten des Dichters, die Texte und Entwürfe aus dem Homburger Folioheft, die er bis kurz vor seinem Abtransport in die Klinik schrieb, vorzustellen und sie in filmischen Formen umzusetzen. Sie werden zugleich der Rezeption, der Einschätzung durch Freunde, Zeitgenossen, der Literaturszene u. a. gegenüber gestellt.
Die Dialoge, z.B. die Gespräche zwischen Goethe und Schiller über Hölderlin, sind wortwörtlich aus Briefen zitiert. Es ist gleichwohl kein Dokumentarfilm; das Ziel war, auch innerhalb einer experimentellen Form eine Geschichte zu erzählen. 

»Der arme Holterling wurde heute morgen abtransportiert, um zu seinen Angehörigen zurückgebracht zu werden. Wieder und wieder versuchte er sich aus der Kutsche herauszustürzen und jedesmal stieß ihn der Mann, der zu seiner Begleitung mitfuhr, zurück. Hölderlin schrie, dass Harschierer ihn wegholten und wehrte sich mit seinen ungeheuer langen Fingernägeln so heftig, dass der Mann ganz mit Blut bedeckt war.« 
(Caroline von Hessen-Homburg, 11.9.1806)
Stab
Regie, Buch, Produktion: Harald Bergmann
Darsteller: Udo Samel (jüngerer Hölderlin), Walter Schmidinger 
(älterer Hölderlin), Otto Sander, Rainer Sellien und Tina Engel 
sowie die Stimmen von Dietrich E. Sattler und Martin Heidegger